2026

Rückblick

 

FINJA SANDER
“will groß sein, will siegen” ¹

Der Titel greift ein Spannungsfeld auf, das die gesamte Ausstellung durchzieht. Der Wunsch nach Geltung, Haltung, Überwindung und die Erkenntnis, dass es die kleinen, intimen, oft unsichtbaren Gesten sind, die uns wirklich tragen. Ein Echo einer Gesellschaft, die lernen muss, Stärke neu zu denken.
Die Ausstellung knüpft unmittelbar an Sanders künstlerische Forschungen zu Erinnerungskultur, kollektivem Gedächtnis und den Bruchstellen institutionalisierter Gedenkpraktiken an. Zwei ortsspezifische Arbeiten stehen in einem engen dialogischen Verhältnis zueinander und bilden gemeinsam eine begehbare Rauminstallation, die das Verhältnis von Fürsorge, Erschöpfung und Zusammenhalt befragt.
Die fotografische Arbeit backyard reunion, Teil der 2025 entstandenen Serie Twenty-Something Girls, zeigt die Künstlerin selbst im Garten eines typischen Londoner Terraced House, wie sie sich übergibt. Die Haare werden ihr dabei von einer langjährigen Kindheitsfreundin gehalten. Sander greift hier eine popkulturell verankerte Geste gegenseitiger Fürsorge auf, die sie der US-amerikanischen Serie Sex and the City entnommen und in ihre eigene künstlerische Auseinandersetzung mit Intimität, Schwäche und Gemeinschaft eingebunden hat. In einer Erinnerungskultur, die zunehmend distanziert und entleert wirkt, gewinnt diese intime Geste des Kümmerns und des geteilten Leids eine politische Dimension. Sie verweist auf Empathie als Handlungsspielraum, auf das Fundament demokratischer Kultur.
Dem gegenüber steht eine raumgreifende Installation aus Baustützen, die durch orangefarbene Spanngurte unter Spannung gehalten werden. Die Gurte tauchen in Sanders Praxis seit Jahren immer wieder auf. Sie stabilisieren und begrenzen Körper, Gewicht und Raum, geben Richtungen vor, erzeugen Sichtachsen. Die improvisierte Architektur konfrontiert den historisch gewachsenen Umraum mit einer fragilen, temporären Struktur und verbindet die Ausstellungsräume zu einem gemeinsamen Gefüge.
Was beide Arbeiten verbindet, ist die Frage, wie Erinnern heute aussehen kann, das nicht einfriert, sondern trägt. Sanders Antwort ist körperlich, prozessual und bewusst unabgeschlossen. Relikte werden umgewidmet, Gesten neu kontextualisiert, Materialien kehren in veränderten Konstellationen wieder. Diese permanente Neuausrichtung ist kein Mittel, sondern Voraussetzung der Arbeit. Erinnerung nicht als Monument, sondern als fortlaufende, lebendige Praxis.

1: "will groß sein, will siegen", Hildegard Knef, Für mich soll‘s rote Rosen regnen, 1968

 

25 04 26 - 31 05 2026

 

WERNER POKORNY

Die Ausstellung zeigte aus allen Werkphasen Holzskulpturen und Plastiken aus Cortenstahl. Seit den 1980er Jahren konzentriert sich Werner Pokorny auf wenige elementare Formen: Gefäße, Schalen; vor allem ist das Haus als geometrische Grundform „Leitmotiv“ im Werk des Bildhauers, und das Haus existiert für den Künstler immer im Modus der gedanklichen wie der ästhetischen Bewegung.


07 02 26 - 05 04 2026

Kontakt

Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen e. V.
Schöllbronner Str. 86
76275 Ettlingen

Vorstand des Kunstvereins Wilhelmshöhe Ettlingen e.V.:
Werner Meyer und Emily Ebner

Geschäftsführung:
Alex Besta
Tel.: ++49 (0)7243 - 13874
info@kunstverein-wilhelmshoehe.de

Öffnungszeiten:
MI-SO: 15:00 bis 18:00



Wir sind Mitglied in der ADKV
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine
https://kunstvereine.de

 

Förderer und Sponsoren

Wir danken dem Regierungspräsidium Karlsruhe, der Stadt Ettlingen und dem Freundeskreis Kunstverein Wilhelmshöhe für die Unterstützung unserer Arbeit.
Baden-Württemberg Regierungspräsidium Karlsruhe                        

Und wir danken der Sparkasse Karlsruhe Ettlingen, der BBBank Karlsruhe, den Stadtwerken Ettlingen, der SV Sparkassenversicherung, der Alfred Ritter GmbH & Co. KG und der Werner Stober Stiftung für die Unterstützung unserer Ausstellungsprojekte.