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2009

21.11.2009 - 20.12.2009

Klasse Pia Stadtbäumer - Hochschule für bildende Künste Hamburg

Einladung Pia Stadtbäumer
Einladung Klasse Pia Stadtbäumer

»Krabben im Nebel«

Adelaida Cue Bär, Julia Frankenberg, Max Frisinger, Glenn Gefken, Michael Göster, Lars Hinrichs, Verena Issel, Suse Itzel, Nicolas Osorno, Hannah Rath, Verena Schöttmer, Sebastian Silveira

Prof. Pia Stadtbäumer, selbst eine erfolgreiche figurativ arbeitende Bildhauerin, hat die Gruppe aus ihrer Klasse ausgewählt. Da Pia Stadtbäumer es ablehnen würde, ihre eigenen Kreaturen heranzuziehen, praktiziert sie einen sehr offenen Unterricht, eine individual zentrierte Korrektur. Das heißt, sie stellt keine verbindlichen Aufgaben, sondern sie überlässt jedem Studierenden die Wahl der Verfahren, und sie berät und fördert jeden nach dessen besonderen Präferenzen und Begabungen. So kommt es zu einem Werkstattbetrieb, in dem das Selbstlernen, das Erforschen der Materialien und das Entdecken der eigenen Künstlerpersönlichkeit im Mittelpunkt des Interesses stehen. Demgemäß darf das Publikum eine bunte und abwechslungsreiche Ausstellung erwarten, die durch eine Vielfalt der Medien und der Ideen geprägt ist. Gezeigt werden Werke in den traditionellen Verfahren von Grafik, Malerei und Plastik, aber auch installative und medienkünstlerische Werke.

26.09.2009 - 08.11.2009

Wolfgang Hartmann Preis 2009 „Natur Forte“

Marco Schacher, der Träger des diesjährigen Wolfgang Hartmann Preises, kuratiert die Ausstellung „Natur forte“, die sich mit der Artifizierung der Natur beschäftigt.

Laudatio Hubertus Keil, Einführung Marco Schacher

Marinus van Aalst, Angela Murr, Luzia Simons und Manuela Tirler

Die vier Künstler setzen sich in ihren grafischen, plastischen und installativen Arbeiten mit einer Natur auseinander, die sich selbst fremd geworden ist und deshalb als Artefakt neu erfunden werden muss. Der Titel „Natur forte“ weckt Assoziationen an die Bildgattung „nature morte“, mit dem die Franzosen „Stillleben“ bezeichnen, und verbindet diesen traditionellen Begriff mit dem von Medikamenten bekannten Begriff „forte“, der auf eine hohe Dosierung des Medikaments verweist, und mit der gleichnamigen in der klassischen Musik gebräuchlichen Dynamik-Bezeichnung. Konsequenterweise sind in der Ausstellung verdichtete Naturausschnitte zu sehen, die sich zudem durch eine Dynamik bzw. Raum-Dynamisierung auszeichnen. Statt die Natur 1:1 ins Haus zu holen, zeichnen sich die Exponate durch eine fokussierende, abstrahierende Rezeption der Flora aus.

Die in Farbe und Form reduzierten Exponate stellen Fragen wie: Wie natürlich ist die Natur noch? Wo ist der Übergang zwischen dem Natürlichen, Künstlichen und Künstlerischen in der Natur und seiner künstlerischen Verarbeitung? Die „Natur forte“-Exponate zeigen dem Besucher das Poesie-Potential der Natur, ohne sich deren Farbenvielfalt und Blütenpracht zu bedienen. Doch die vorherrschende Farbe in den Ausstellungsräumen ist nicht etwa Grün, sondern ein Schwarz-Braun: Das Rost-Braun von Manuela Tirlers Skulpturen aus zusammengeknüllten Moniereisen, die schwarzen Umrisslinien von Luzia Simons Wandzeichnungen, die schwarzen Projektions-Linien von Angela Murrs Multimedia-Arbeit und die schwarz-braunen Erdproben von Marinus van Aalsts wissenschaftlich anmutender Rauminstallation faszinieren gerade durch ihre sichtbare Beschränkung auf den Formen-Kanon des organischen Wachstumsprozesses.

Durch das befremdliche Changieren zwischen künstlicher Erscheinung und natürlichem Ausgangsmaterial der Exponate wird der Besuch zum sinnlichen Erlebnis, das sich zu einem gebremsten Genuss, jedoch zu einer umso intensiveren kritischen Reflexion anbietet. Die Ausstellung „Natur forte“ wird den Besuchern als multi-sensualer Lehr- und Märchengarten lange im Gedächtnis bleiben. Die hohe Dosis „Natur forte“ wird ihre Wirkung auf das Seh-, Hör- und vor allem Denkvermögen der Besucher ausüben.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

11.07.2009

Sommerfest

Musik: Thomas Putze

24.04.2009 - 28.06.2009

„Aus dem Stamm“ – Die Sinnlichkeit des Materials – Holzskulptur heute

Teil 1: 25.04.2009 - 24.05.2009

Teil 2: 30.05.2009 - 28.06.2009

Stephan Balkenhol
Georg Baselitz
Viktoria Bell
Oliver van den Berg
Franz Bernhard
Benedikt Birckenbach
Daniel Bräg
Claus Bury
Tony Cragg
Trude Friedrich
Hamid Ghodratmand
Armin Göhringer
Frank Gutmann
Klaus Hack
Ingrid Hartlieb
Axel Heil
Jin-Ho Heo
Georg Herold
Alfonso Hüppi
Norman Junge
Gerhard Kehl
Dietrich Klinge
Diethelm Koch
Christoph Loos
C.W. Loth
Werner Mally
Ulrich Möckel
David Nash
Stefan Pietryga
Werner Pokorny
Klaus Prior
Thomas Putze
Karl Manfred Rennertz
Peter Sauerer
Wili Siber
Klaus Simon
Ernst Stark
Eckart Steinhauser
Matthäus Thoma
Rudolf Wächter
Daniel Wagenblast
Andreas Welzenbach
Rolf Wicker

Erwin Wortelkamp

Präsentiert werden Arbeiten national und international renommierter Bildhauerinnen und Bildhauer, die sich mit dem Werkstoff Holz beschäftigen. Sehr unterschiedlich sind dabei die künstlerischen Herangehensweisen. Es kommen etwa Säge, Hobel und Schnitzeisen zum Einsatz, in anderen Arbeiten hingegen Axt, Kettensäge oder Feuer (Holzverkohlung bei David Nash oder Werner Pokorny).

In seiner Suche nach neuen Ausdrucksformen verhält sich Georg Baselitz ganz bewusst gegen die Materialgerechtigkeit: Wenn er den Holzklotz hackt, sägt und sticht, tut er dies ohne Rücksicht auf den Verlauf der Maserung. „Vorwiegend mit Aggression“ seien die „Dresdner Frauen“ entstanden, von denen eine in der Ausstellung zu sehen ist. Die Arbeitsspuren im gewaltsam geöffneten Holz bleiben sichtbar. Vollkommen anders behandelt Tony Cragg das Material, wenn er seine aus schmalen Holzplatten geschichtete Skulptur schleift, poliert und mit einer Lasur überzieht.

Die Bandbreite ist groß. So sind einige Skulpturen holzsichtig gestaltet, andere farbig oder mit Blattgold gefasst („Goldener Kristall“ von Karl-Manfred Rennertz). Figurative Darstellungen (z. B. bei Daniel Wagenblast) stehen abstrakten gegenüber, organische werden mit geometrischen Formen konfrontiert. Es findet Edelholz,aber auch Billigware aus dem Baumarkt Verwendung (verleimte Dachlatten bei Jin-Ho Heo). Die Auseinandersetzung der Künstlerinnen und Künstler mit dem „sinnlichen“ Material Holz erweist sich als außerordentlich vielseitig und schöpferisch.

Andererseits will die Schau auch eine erste, vorsichtige Ausschau halten: Wo steht die Holzskulptur heute? Und welche Potentiale liegen nach wie vor in ihr? Ob in neuerer Zeit die Gestaltung des Materials mit den eigenen Händen auch eine Behauptung gegenüber den immateriellen Bildern der nachmodernen Medien ist, d.h. dem Material Holz damit (wieder) eine besondere Sinnlichkeit und Aura zuerkannt wird, das ist eine weitere Fragestellung des Projekts.

Die gesamte Ausstellung ist anschließend vom 19. Juli bis 20. September 2009 im Städtischen Kunstmuseum Singen und Kunstverein Singen zu sehen. Eröffnung: 19.Juli 2009, 11 Uhr
Zur Ausstellung ist in der Edition Braus, Heidelberg, ein umfangreicher Katalog erschienen: ISBN 978-3-89466-288-2, 208 Seiten, Preis: 39,90 Euro

31.01.2009 - 29.03.2009

Kalinowski 1960-1995

Die erste Ausstellung des Kunstvereins Wilhelmshöhe in diesem Jahr ist Horst Egon Kalinowski gewidmet, der am 2. Januar seinen 85. Geburtstag feiern konnte. Die düsteren und bisweilen auch gedankenschweren Skulpturen und Wandobjekte von Kalinowski sind in dynamische Beziehungszusammenhänge gebracht und stehen bisweilen in einem verstörenden Kontrast zu dem lichten Ambiente des Künstlerhauses. Der Meister des Leders, der in Düsseldorf geboren wurde und dort auch studierte, hatte von 1968 bis 1989 an der Karlsruher Kunstakademie eine Professur für Bildhauerei inne. Über Jahrzehnte hatte er sowohl in Düsseldorf als auch in Paris ein Atelier, eine Tatsache, die auch seine künstlerische Entwicklung prägte. Horst Egon Kalinowski hatte 1960 das Leder als den ihm gemäßen Ausdrucksträger entdeckt und damit zugleich seine unverwechselbare künstlerische Handschrift gefunden. Dabei fällt bei den frühen Objekten die Präferenz noch nicht eindeutig ins Auge, da das Leder zunächst eher beiläufig auf einem Träger aus Holz und neben Fundstücken aus Metall – vorwiegend Eisen – erscheint. Holz und Eisen bleiben in Kalinowskis Arbeit weiterhin im Spiel, aber die Rollen werden strenger bestimmt. Holz bleibt der Träger aller Werke, wobei es bisweilen gänzlich hinter einer Lederhaut verschwindet, ein andermal aber auch eine wichtige Rolle spielen darf. Die maroden Eisenteile bilden bedeutende, schwergewichtige und niemals beiläufige Akzente. Sie haben eine eigene Stimme, wenngleich diese in der Regel den übrigen subordiniert ist.

Auf der Wilhelmshöhe wird das frühe Werk von Kalinowski aus der Zeit zwischen 1960 und 1995 zu sehen sein. Parallel dazu zeigt die Galerie Ruppert in Landau Werke aus den Jahren 1996 bis 2008.