Aktuell

10.09.2016 - 16.10.2016

Künstlerpaare: 1 + 1 = 1

Valie Export, Peter Weibel, "Aus der Mappe der Hundigkeit", Wien 1968, Fotos: Joseph Tandl

Seit dem späten 19. Jahrhundert kennt die Kunstgeschichte das Phänomen des Künstlerpaares. Die Liebes- und Arbeitsbeziehungen beispielsweise zwischen Auguste Rodin und Camille Claudel, zwischen Wassily Kandinsky und Gabriele Münter, Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker oder Robert Delaunay und Sonja Delaunay-Terk sind längst bekannt, ja legendär geworden. Doch erst im Laufe des 20. Jahrhunderts tritt neben die bis heute aktuelle Paarkonstellation, in der jede Künstlerpersönlichkeit ihr eigenes, individuelles Werk verfolgt, noch eine andere Möglichkeit der schöpferisch-partnerschaftlichen Bindung: Das Künstlerduo als Arbeitsgemeinschaft, als hetero- oder homosexuelles, geschwisterlich oder freundschaftlich verbundenes Team, das sich auf eine gemeinsame Kunst, eine gemeinsame Kunststrategie verständigt und dem Publikum gleichsam als Label gegenübertritt – zwei Namen unter einer Marke. Kreativität ist bei diesen Künstlerpaaren keine Frage der solitären Autorschaft als Prüfstein unverwechselbarer Individualität, sondern ganz bewusst das Ergebnis eines dialogischen, interaktiven Schaffensprozesses, an dem beide Partner gleichberechtigt beteiligt sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Künstlerpaare: 1 + 1 = 1“ stehen installative, mediale und performative Positionen sowohl von international renommierten Künstlern und Künstlerinnen als auch von jüngeren Kunstschaffenden. Der Bogen spannt sich u. a. von Peter Weibel und Valie Export, Anna und Bernhard Blume über Claudia & Julia Müller bis hin zu Mwangi & Hutter oder dem Künstlerduo Bretz/Holliger.

Vernissage: Freitag, den 9. September 2016, 19 Uhr

05.11.2016 - 11.12.2016

Ohne Zucker - Klasse Reto Boller, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Sabine Fessler, "Kirschkernspucken mit meiner Schwester", 2014

Auch das noch: Kunst ohne Zucker. Muss das sein? Ja, es muss. Der Kunstbetrieb wird geflutet von künstlichen Aromen, Geschmacksverstärkern und verbalen Übertreibungen aller Art. Vor lauter Süssstoffen ist die Kunst nicht mehr zu schmecken. Es muss aber wieder möglich sein zu fragen: Was ist das, was da vor mir steht? Was passiert mit mir, wohin führt es mich? Das sind die Fragen, die fehlen, weil wir längst in der heissen Luft verbalen Gewölks aufgestiegen sind und uns im Nirgendwo sprachlicher Beliebigkeit verloren haben.

In Zusammenarbeit mit Dr. Markus Stegmann, Direktor Museum Langmatt Baden (CH),z eigen 20 Studierende der Klasse von Reto Boller aktuelle Kunst ohne Zucker.

Vernissage: Freitag, den 4. November 2016, 19 Uhr

 

Der Kunstverein veranstaltet neben Ausstellungen und Kunstprojekten im öffentlichen Raum auch Vorträge und Lesungen.

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